Online Lernen | Deutsch Übungen | Textanalyse und Interpretation Epik Epik - Darbietungsformen des Erzählens kurz erklärt!

Epik - Darbietungsformen des Erzählens kurz erklärt!

Ein wesentliches Merkmal von epischen Texten ist der Erzähler. Diesen dürfen wir nicht mit dem Autor verwechseln, denn er gehört genauso wie die anderen Figuren zum Konstrukt der Geschichte. So kann beispielsweise ein männlicher Autor die Geschichte aus der Sicht einer Frau schildern oder ein Erwachsener die Geschichte von einem Kind erzählen lassen. 

Bei der Analyse und Interpretation von epischen Texten muss der Erzähler ganz genau unter die Lupe genommen werden. Dabei achten wir auf die Erzählform und das Erzählverhalten und schließlich auch auf die sogenannten Darbietungsformen

Was es damit auf sich hat und welche Formen der Darbietung wir unterscheiden, schauen wir uns im Folgenden an: 

Was sind Darbietungsformen des Erzählens?

Unter den verschiedenen Darbietungsformen versteht man im Prinzip die Technik oder Erzählweise, mit der ein Geschehen erzählt wird. Je nach Darbietungsform kann die Wirkung der Geschichte variieren. So kann ein Erzähler beispielsweise die Geschichte vermitteln und Kommentare mit einfließen lassen oder aber, Figuren kommen direkt zu Wort. 

Wir unterscheiden im Allgemeinen folgende Formen der Darbietung

Erzählbericht als Darbietungsform

Der Erzählbericht ist die Grundform des Erzählens, der besonders beim traditionellen Erzählen häufig vorkommt. Der Erzähler fungiert als Vermittler des Erzählgegenstandes und wendet sich der Handlung und den Figuren zu. Tritt er auktorial auf, kann er Kommentare oder eigene Reflexionen in Form von Betrachtungen und Überlegungen einstreuen. 

Gut zu wissen

Hinweis

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Auktoriales Erzählen bedeutet allwissendes Erzählen. 

Insgesamt fassen wir unter den Erzählbericht also alle Äußerungen in einem Text, die nicht von Figuren gedacht oder in irgendeiner Form geäußert werden. 

Figurenrede als Darbietungsform

Wenn der Erzähler seine Figuren zu Wort kommen lässt, nennen wir das Figurenrede, die manchmal auch Personenrede genannt wird. Insgesamt gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Figuren in einem Text zu Wort kommen können: 

Direkte Rede

Bei der direkten Rede werden Gespräche in Dialogform wiedergegeben. Diese stehen meistens in Anführungszeichen und geben der Erzählung eine dramatische Note.

Beispiel

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Er sagte: „Geh dort nicht hinaus!"

In solchen Sequenzen tritt der Erzähler zurück und erzählte Zeit sowie Erzählzeit sind gleich. 

Indirekte Rede

Bei der indirekten Rede tritt der Erzähler wieder etwas stärker in den Vordergrund, indem er das Gesagte von Figuren indirekt wiedergibt. Diese Wiedergabe erfolgt im Konjunktiv oder anhand redeeinleitender Sätze.

Beispiel

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Indirekte Rede im Konjunktiv: Er sagte, sie solle dort nicht hinaus gehen.

Indirekte Rede anhand redeeinleitender Sätze: Er sagte, dass sie dort nicht hinaus gehen soll. 

Die indirekte Rede finden wir vor allem bei auktorialen Erzählern

Erlebte Rede

Bei der erlebten Rede werden Gedanken und Gefühle in der dritten Person im Präteritum wiedergegeben. Ein Sachverhalt oder Ereignis wird so aus der Innensicht einer Person dargestellt. 

Beispiel

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Er sah aus dem Fenster in die Dunkelheit. Was war dort draußen? 

Zwar ist der Erzähler bei der erlebten Rede immer noch spürbar, jedoch erhält er eine Art Zwischenposition, da sich die Perspektive auf die Figur verlagert und alles aus dieser Perspektive betrachtet wird. Eine Distanz wird jedoch durch die Er-/Sie-Perspektive nicht aufgegeben. Daher wird die erlebte Rede vor allem bei einem personalen Erzähler verwendet. 

Innerer Monolog

Im Gegensatz zur erlebten Rede werden bei einem inneren Monolog Gedanken und Gefühle in der Ich-Form wiedergegeben. 

Beispiel

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Ich sah aus dem Fenster und fragte mich, was dort draußen wohl sei. 

Bei einem inneren Monolog handelt es sich im Prinzip um ein stilles Selbstgespräch, bei dem der Erzähler ganz in den Hintergrund rückt. Er ermöglicht es besonders, dass sich der Leser in die jeweilige Figur hineinversetzen kann. 

Bewusstseinsstrom - stream of consciousness

Der Stream of consciousness ist eine besonders in modernen Texten häufig angewandte Technik, bei der es sich um einen Bewusstseinsstrom handelt. Dabei wird wiedergegeben, was einer Person in einer bestimmten Situation durch den Kopf geht. Diese Darstellung kann zum Teil recht detailliert ausfallen. 

Beispiel

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Sonne. Sommer. Pure Freude. Bester Urlaub aller Zeiten. Ich bin so glücklich. 

Die Gedanken werden oft fast stichpunktartig aneinandergereiht. Sie können aus Gefühlen, Gedanken, Assoziationen usw. bestehen und vermitteln eine hohe Emotionalität. 

Jetzt hast du einige Informationen zu den Darbietungsformen des Erzählens erhalten. Dein Wissen kannst du mit unseren Aufgaben testen. Dabei wünschen wir dir viel Spaß und Erfolg!

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