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Studienkreis Blog

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Lange Ferien – lange Weile?

Bald ist es wieder soweit: Sommerzeit ist Ferienzeit. Die Ferien sind der Höhepunkt des Jahres für alle Schulkinder. Sechs Wochen keine Schule, sechs Wochen Erholung, sechs Wochen Abschalten und Energie tanken. Da kann doch niemand etwas gegen haben – sollte man meinen. Und dennoch wird hierzulande seit vielen Jahren darüber gestritten, ob es nicht ein bisschen weniger sein darf.

JEndliche Ferien!e länger die Sommerferien dauern, so die Sorge mancher Eltern und auch Lehrer, desto stärker lässt die geistige Leistungsfähigkeit der Schüler nach. Sie befürchten, dass die Kinder und Jugendlichen nach der langen Pause im neuen Schuljahr Startschwierigkeiten haben werden. Im englischsprachigen Raum wird dieser Effekt als  „Sommerlernverlust“ bezeichnet. Demnach nehmen besonders die Leseleistung und die mathematischen Fähigkeiten mit zunehmender Feriendauer ab.

In den USA, wo die Sommerferien drei Monate lang sind, haben Forscher sogar ein soziales Problem ausgemacht. Sie weisen dem Lernverlust im Sommer bis zu zwei Drittel des Bildungsgefälles zwischen den sozialen Schichten zu. Die These des Sommerlernverlustes trägt aber nur dann, wenn man von einem reinen „Faulenzerurlaub“ ausgeht. Dabei gibt es genügend Möglichkeiten, auch in den großen Ferien, die grauen Zellen anzuregen, ohne auf Entspannung zu verzichten. Auch mit dem Thema „Lernen in der schulfreien Zeit“ haben wir uns in diesem Blog schon auseinandergesetzt.

Sechs Wochen Ferien sind nur relativ lang

Schaut man sich die Dauer der Sommerferien in anderen Ländern an, sind unsere sechs Wochen auf einmal gar nicht mehr so lang:

Sommerferiendauer in:

 USA

 3 Monate

 Italen

 3 Monate

 Belgien

 2 Monate

 Frankreich

 9 Wochen

 Niederlande

 6-7 Wochen

 

Und doch gibt es gute Gründe, auch in Deutschland über kürzere Sommerferien nachzudenken. Jedenfalls wird im Internet darüber kontrovers diskutiert, zum Beispiel im „Talkteria Forum“. Dort unterhalten sich Eltern vor allem über das Thema Langeweile. Nach ein paar Wochen, so diese These der Sechs-Wochen-Gegner, wissen die Kinder nichts mehr mit sich anzufangen. Dagegen ließe sich mit etwas Einfallsreichtum etwas unternehmen, halten die Befürworter langer Sommerferien dagegen. Unter dem Strich gibt es in dem Streit keinen Sieger. Argumente gibt es sowohl für kürzere als auch für längere Sommerferien.

Ich habe mich einmal unter Bekannten, Kollegen und Kindern umgehört.

Michael (39) Lehrer: „Ich finde die Sommerferien für die Schüler gerade richtig. Die Kinder können in dieser Zeit völlig von der Schule abschalten und entspannen, dabei Stress wie Hektik abstreifen und auch Gelerntes verarbeiten, wobei sie sich in ihrem gesamten Wesen weiterentwickeln können. Ich konnte stets intensive und facettenreiche Reifeprozesse über die Ferien beobachten, die ohne eine lange schulfreie Zeit wohl nicht möglich gewesen wären.“

Yara (13, 8. Klasse): „Man sollte die Ferien besser verteilen. Im Sommer ist es im Urlaub immer so voll, weil alle auf einmal wegfahren und es ist alles teurer. Man sollte sich aussuchen können, wann man in Urlaub fährt, dann müssten die Sommerferien auch nicht so lang sein.“

Jonas, (10, 4. Klasse): „Die Sommerferien sollten eher kürzer sein. Wenn wir in Urlaub fahren, sind meine Freunde zu Hause und wenn wir wiederkommen, fahren meine Freunde in Urlaub. Dann habe ich niemanden zum Spielen.“

Stephanie (40), Lehrerin: „Eine alternative Verteilung der Ferien wäre mir lieber. Besser kürzere Sommerferien und dafür ein längerer weiterer Ferienblock, zum Beispiel zwischen Ostern und Sommer.“

Yannis (16, 9. Klasse): „Sechs Wochen sind gerade richtig. Da kommt bei mir noch keine Langeweile auf. Kürzer sollten sie nicht sein, länger muss aber auch nicht.“

Lars (44), Vater zweier Kinder (7 und 10): „Sechs Wochen sind mir zu viel, vor allem, weil es mit der Betreuung der Kinder schwierig wird.“

Jan (9, 3. Klasse): „Sechs Wochen sind nicht zu lang, weil ich eine Auszeit von der Schule brauche. Es ist nur doof, wenn man sechs Wochen ausschlafen kann, und dann wieder früh aufstehen muss.“

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