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Mehr Schlaf für bessere Schulerfolge – späterer Unterrichtsbeginn

Müde Schüler im Unterricht - hilft spätere Unterrichtsbeginn?Ausgeschlafen in die Schule? Bei den meisten Jugendlichen in Deutschland ist das eher die Ausnahme. Der Grund: Studien zufolge verschiebt sich der Schlafrhythmus in der Pubertät, es ist also in diesem Alter ganz normal, später einzuschlafen und – theoretisch – morgens länger zu schlafen. Doch traditionell beginnt an deutschen Schulen der Unterricht um 8 Uhr, an den weiterführenden Schulen mancher Bundesländer sogar schon um 7:30 Uhr. Wie wäre es also mit einem späterem Unterrichtsbeginn?

Vorstoß in München

In München möchte die SPD-Fraktion im Stadtrat die Situation verändern: Auf ihre Initiative hin befasst sich nun das Schulreferat mit der Idee eines späteren Schulbeginns und erarbeitet bis zum kommenden Jahr eine Beschlussvorlage. Voraussichtlich sollen dann Schulleiter selbst entscheiden dürfen, ob sie für einzelne Klassen, für ganze Jahrgänge oder die ganze Schule einen späteren Unterrichtsbeginn festlegen. Neu ist dieser Gedanke nicht: So schlug der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband bereits vor drei Jahren einen bayernweiten Modellversuch dazu vor. Und auch in anderen Bundesländern kommt es immer wieder zur Diskussion hierüber – und auch Entscheidungen. So stellt Niedersachsen es seit diesem Frühjahr den Schulen frei, auch später mit dem Unterricht zu beginnen. In Baden-Württemberg und Hamburg legen die Schulen den Beginn selbst fest.

(Fast) alles spricht für einen späteren Unterrichtsbeginn

Die Argumente, teils untermauert mit Daten von Schlafforschern, liegen auf der Hand: Ausreichend Schlaf bedeutet auch besseres Lernen und größere Lernerfolge. So belegt beispielsweise eine Studie der Universität Leipzig aus dem Jahr 2016, dass bereits eine halbe Stunde weniger Schlaf die Leistungsfähigkeit um 30 Prozent vermindere. Auch eine höhere Motivation, eine entspanntere Morgenzeit in den Familien und sogar – laut Studien aus den USA – weniger Verkehrsunfälle werden als Vorteile eines späteren Schulbeginns genannt. Verwiesen wird oft auch auf die Erfahrungen aus anderen Ländern wie Frankreich, Spanien oder auch Großbritannien, wo der Unterricht erst um 9 Uhr beginnt.

Hindernis: Betreuung und zu lange Zeiten

Doch obwohl vieles dafür spricht, haben bisher auch in den Bundesländern, in denen es möglich ist, nur wenige Schulen ihre Anfangszeit verändert. Meist liegt es an praktischen Erwägungen: Denn wenn die Eltern früh arbeiten, müssen morgens auch die Kinder betreut werden – und bei den höheren Klassen wird die Zahl der Schulstunden ja nicht geringer. Wer später anfängt, muss also auch am Nachmittag länger in der Schule bleiben. Und auch wenn es das Lernen verbessern würde, ist das nicht immer im Interesse der Schüler und ihrer Familien. Und nicht zu unterschätzen, ist auch die Tradition: Ein früher Schulbeginn gilt hierzulande als normal und wird oft nicht in Frage gestellt.

Für Jugendliche, die morgens Konzentrations- und Lernschwierigkeiten haben, könnte eine Änderung jedoch entscheidend sein: Denn nicht übermüdet zum Unterricht zu kommen, ist eine wichtige Voraussetzung für den Schulerfolg.

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