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Nach dem Turbo-Abi die Entschleunigung – ist G8 bald Geschichte?

schueler_stressViele fanden es schon damals absurd, als G8 in den „Nullerjahren“ an den deutschen Gymnasien eingeführt wurde. Die erste Pisa-Studie hatte zuvor ergeben, dass die Leistungen der deutschen Jugendlichen nicht besonders gut, geschweige denn exzellent waren. Die Antwort der Bildungspolitiker war, die Schulzeit an den Gymnasien um ein Jahr zu verkürzen. Die Folgen: schnelle Umsetzung ohne schlüssige Konzepte, Leistungsverdichtung, 7- bis 8-Stundentage für Schüler, Stress in den Familien, Unmut bei Schülern, Eltern und Lehrern.

Laut Umfragen des Marktforschungsinstituts Emnid sind 80 Prozent der Eltern in den westdeutschen Bundesländern gegen G8 und immerhin 50 Prozent der Erziehungsberechtigten in den neuen Bundesländern, wo das Abitur nach 12 Schuljahren eine lange Tradition hat. Sie dürfen jetzt hoffen, denn es scheint, als folge nun die Rolle rückwärts. Soeben hat die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren beschlossen.

Und damit waren die Niedersachsen nicht die Ersten. Schon zuvor hatten Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen testweise G9-Modellzüge eingeführt. An den Gesamtschulen, die in den letzten Jahren einen regen Andrang erlebten, und an anderen Schulformen wie Sekundar- und Gemeinschaftsschulen war das Abi in NRW die ganze Zeit über nach 13 Schuljahren möglich.

 „Abstimmung mit den Füßen“

Auch in Schleswig-Holstein ist G9 an einzelnen Gymnasien schon seit längerem wieder möglich. Seit diesem Schuljahr gibt es in Hessen eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. Weitere 22 Gymnasien wollen im Schuljahr 2014/15 zurück zu G9 wechseln. Danach wird es dort nur noch 31 reine G8-Gymnasien geben. In Bayern gibt es ein von den freien Wählern initiiertes Volksbegehren zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. Dort ist inzwischen auch die CSU nicht mehr abgeneigt, einen eigenen bayerischen Weg zurück zum G9 zu suchen. Dennoch ist es wohl zurzeit verfrüht, eine generelle Abkehr von G8 vorherzusagen. Dort wo es – wie in Hessen – eine Wahlfreiheit gibt, gilt es die „Abstimmung mit den Füßen“ im Auge zu behalten.

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