Servicezeiten Mo-Fr 08:00 - 20:00 Uhr.
WhatsApp schreiben

Studienkreis Blog

Studienkreis Blog

Berlin ist Schlusslicht in der Bildungslandschaft – Was Eltern tun können

Bildung Berlin schlechte ErgebnisseGleich zweimal ist Berlin in Sachen Bildung durchgefallen: Sowohl bei der jüngsten Vera 8-Studie als auch im Bildungstrend des Instituts Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) markiert die Hauptstadt eines der Schlusslichter im bundesweiten Vergleich und offenbart insbesondere im Fach Deutsch gravierende Mängel. Es besteht Handlungsbedarf in Sachen Bildungspolitik, doch auch betroffene Eltern können selbst aktiv werden, wenn ihre Kinder in den Vergleichsarbeiten nicht ganz so gut abgeschnitten haben wie erhofft.

Berlin bleibt im Fach Deutsch unterdurchschnittlich

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) hat wie bereits im Jahr 2009 auch 2015 einen Ländervergleich durchgeführt, um die sprachlichen Kompetenzen für den Mittleren Schulabschluss zu überprüfen. Bundesweit hat das IQB 37.000 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen an insgesamt 1.700 Schulen getestet.
Die Ergebnisse wurden Ende 2016 bekannt – und sprechen eine deutliche Sprache: Laut Studie kann nahezu ein Drittel der Berliner Schülerinnen und Schüler die Mindeststandards in Deutsch nicht erfüllen. Mit Mindeststandards sind in der Forschung die grundlegenden Kenntnisse gemeint, die für ein selbstbestimmtes und beruflich erfolgreiches Leben notwendig sind. Lesen, Zuhören und Rechtschreibung – in allen drei abgefragten Kompetenzen muss sich Berlin zusammen mit Bremen bundesweit hinten anstellen.

Auch Vera 8 macht wenig Mut für die Zukunft

Ein ähnlich düsteres Bild zeigen auch die Vera 8-Ergebnisse des IQB. Die schriftlichen Vergleichsarbeiten sollen den Lernstand in achten Klassen an allgemeinbildenden Schulen der 16 Bundesländer erfassen.
Im Fach Mathematik zeichnet sich an Berliner Schulen sogar ein Negativtrend ab: Während im Vorjahr 63 Prozent an den Mindestanforderungen in Mathe scheiterten, sind es in 2015 bereits mehr als zwei Drittel. Bei Schülerinnen und Schülern mit einer nichtdeutschen Herkunftssprache fällt das Ergebnis noch deutlicher aus: Über 80 Prozent erreichen den Mindeststandard in Mathe nicht.

Politik und Pädagogen sind uneins über die nächsten Schritte

Es besteht Handlungsbedarf – soweit sind sich Politiker und Lehrerverbände einig. Doch die Lager sind gespalten:
Die Lehrer selbst sehen das Hauptproblem in den strukturellen Rahmenbedingungen des Schulwesens. Die Politik solle diese dringend überdenken, heißt es von Seiten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie kritisiert allen voran einen Personalmangel. Es fehle insbesondere an Fachkräften für individuelle Förderung an Brennpunktschulen.
Betroffen von diesem Lehrkräftemangel seien vorrangig Migranten aus bildungsfernen Schichten. Deutsch als Zweitsprache (DaZ) werde auch mit steigenden Flüchtlingszahlen zunehmend wichtig, denn die deutsche Sprache ist die Grundlage, um dem Unterricht folgen und aktiv daran teilnehmen zu können. Eine Ausbildung als DaZ-Lehrer gestalte sich für Studenten allerdings vergleichsweise unattraktiv, vor allem wegen einer mangelhaften beruflichen Perspektive. Festanstellungen für DaZ-Lehrer und eine vermehrte Verbeamtung von Lehrern können laut GEW hier zielführend sein.
Auch der Ruf nach einer Ausweitung der Gemeinschaftsschule wird lauter. Seit 2008 lernen Kinder und Jugendliche hier von der Einschulung bis zum Abschluss gemeinsam. Wesentliches Ziel dieses Berliner Pilotprojektes ist der Lernerfolg unabhängig von der sozialen Herkunft. Die GEW sieht hierin einen Weg zu mehr Chancengleichheit und auch Bildungsforscher stellen dem Modell ein positives Zeugnis aus – ein Lichtblick, der Mut macht für die Zukunft der Berliner Bildungslandschaft.
Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheers (SPD) appelliert an die Lehrer und empfiehlt einen engeren Austausch mit den Eltern.
In der Tat ist der Dialog zwischen Lehrern und Eltern wichtig, um Probleme von Schülern möglichst schnell zu erkennen und anzugehen.

Nachholbedarf? – So handeln Eltern richtig

Wenn Sie als Eltern also bemerken, dass Ihr Kind Probleme beim Lesen, Zuhören und bei der Rechtschreibung hat, ist es wichtig, rechtzeitig zu handeln.
Zunächst sollte man sich darüber im Klaren sein, worin genau die Schwierigkeiten liegen. Nur wenn die Ursache bekannt ist, lassen sich Lern- und Notenprobleme dauerhaft beheben.
Dazu ist ein persönliches Gespräch mit dem Lehrer hilfreich. Weißt der Lehrer am Elternsprechtag oder bei anderen Gelegenheiten nicht von selbst auf Schwierigkeiten hin, sollten die Eltern ruhig den ersten Schritt machen und den Lehrer kontaktieren, um Ihre Eindrücke zu schildern. Hat das Kind Probleme beim eigenständigen Lernen oder kann es sich nicht gut konzentrieren? All das gilt es zu analysieren, um die passende Unterstützung zu finden.
Sind die Knackpunkte erkannt, heißt es, diese gezielt anzugehen und an den Schwächen zu arbeiten. Auch Eltern können Ihre Kinder dabei zu Hause unterstützen.

Einige hilfreiche Tipps für Eltern bei der Lernunterstützung ihrer Kinder.

  • Erstellen Sie einen festen Tagesplan mit fester Zeit für die Erledigung der Hausaufgaben und für das Lernen selbst. Überprüfen Sie anfangs, ob Ihr Kind seine Hausaufgaben auch tatsächlich gemacht hat.
  • Erstellen Sie zusammen mit Ihrem Kind einen Hausaufgabenplan mit Abgabetermin der Hausaufgaben. Erledigte Hausaufgaben können von Ihrem Kind durchgestrichen werden. Das motiviert und schafft Eltern zugleich anfangs etwas Kontrolle über die Erledigung der Hausaufgaben.
  • Der Hausaufgabenplan, der wie ein Stundenplan aufgebaut ist, kann mittels ALPEN-Methode erstellt werden, um das Zeitmanagement zu verbessern bzw. zu fördern:
    A – Aufgaben und Termine notieren
    L – Länge der Bearbeitung einschätzen
    P – Pufferzeiten einplanen
    E – Reihenfolge festlegen, in der man die Aufgaben bearbeiten möchte
    N – Nachprüfen, ob alles erledigt wurde; offene Punkte auf den nächsten Tagesplan übertragen

Erstellen Sie einen Lernplan für Klassenarbeiten:

  • Lernziele in kleinen realistischen Schritten setzen und Zielerreichung überprüfen & belohnen (z.B. „Nächste Klassenarbeit in Deutsch von 5 auf 4“ anstatt „von 5 auf 2“).
  • Lernstoff in kleinen Lerneinheiten strukturieren mit Schwerpunkten.
  • Zeit einplanen für die Lerneinheiten und auf Tage aufteilen. Beispiel: Lieber einmal täglich bis zu 15 neue Vokabeln lernen, anstatt alle kurz vor der Prüfung. Bei dieser Lerneinheit können Sie Ihr Kind unterstützen, indem Sie täglich am Ende der geplanten Hausaufgaben- & Lernzeit, die Vokabeln abfragen. Alte Vokabeln müssen natürlich wiederholt abgefragt werden. Hierzu eignen sich Lernkarteien. Lernkarteien immer durchmischen, um Vokabeln (auch alte) in unterschiedlicher Reihenfolge abzufragen.
  • Lernplan an die Wand hängen, das schafft Überblick und bindet zugleich an das Erledigen einzelner Lernschritte.
  • Täglich mündliche Wiederholung vom Lernstoff des vorherigen Tages einplanen, um ihn so besser im Gedächtnis zu verankern.
  • Gelernte Einheiten abhaken. Das schafft Selbstvertrauen und Eltern können unauffällig den Fortschritt der Vorbereitung auf die Klassenarbeit überprüfen.

Diese und weitere Hinweise & Lerntipps liefern die Lernratgeber des Studienkreises. Zu verschiedenen Themen finden Sie hier zahlreiche Ratschläge, die beispielsweise dabei helfen, das Lernverhalten zu verbessern, die Konzentrationsfähigkeit zu steigern und vieles mehr.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder

Ihre Daten werden von uns nur zur Bearbeitung Ihrer Anfrage gespeichert und verarbeitet. Ihre Daten schützen wir gemäß aktuellen Sicherheitsstandards und Vorschriften. Weitere Informationen zum Datenschutz im Studienkreis finden Sie unter: www.studienkreis.de/datenschutz/