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Schulwechsel – Welche weiterführende Schule ist die richtige für mein Kind?

Der Übertritt in die 5. Klasse bedeutet, dass sich die Kinder an ihre neue Schule und damit an eine andere Lernumgebung gewöhnen müssen. Zudem stellt die weiterführende Schule auch die Weichen für die berufliche Zukunft Ihres Kindes. Bei der Wahl der weiterführenden Schule ist einerseits die Schulform entscheidend. Andererseits beziehen Eltern aber auch das pädagogische Konzept, das Unterrichtsangebot und die Rahmenbedingungen der jeweiligen Schulen mit in ihre Entscheidung ein. Nachfolgend finden Sie eine praktische Übersicht über die wichtigsten Auswahlkriterien beim bevorstehenden Schulwechsel.

 

Kostenloser PDF-Download: „Wahl der weiterführenden Schule – Leitfaden & Checkliste“

Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule

Schulpflichtige Kinder besuchen zunächst die Grundschule. In den meisten Bundesländern dauert diese sogenannte „Primarstufe“ vier Jahre (Klassenstufen 1 bis 4). In Brandenburg und Berlin umfasst die Grundschule die Klassenstufen 1 bis 6. Mit dem Ende der Grundschulzeit wird meist entschieden, welchen Bildungsweg ein Kind weiterhin einschlägt. In vielen Bundesländern sprechen die Grundschulen eine Empfehlung aus, welche Schulform sich für Ihr Kind eignet.

Diese Schulempfehlung ist in den meisten Bundesländern nicht verbindlich. Sie dient aber als gute Orientierung für die Eltern, da die Einschätzung des Lehrpersonals Stärken und Schwächen aus anderen Blickwinkeln beleuchtet, als Eltern sie wahrnehmen. Außerdem sollte in Betracht gezogen werden, dass jedes Kind einzigartig ist – das gilt für seinen Charakter ebenso wie für seine schulische Leistungsentwicklung.

Kriterien der Schullaufbahnempfehlung:

  • Notendurchschnitt (Schwerpunkt: Hauptfächer Deutsch/Mathematik, häufig noch Sachunterricht und Fremdsprachen)
  • Lernverhalten
  • Arbeitsverhalten
  • Merkfähigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Sozialverhalten

Um eine spätere Über- oder Unterforderung Ihres Kindes zu vermeiden, kann auch eine nicht-verbindliche Schulempfehlung bei der Entscheidung hilfreich sein.

BundeslandEntscheidung über die Schulform
Baden-Württemberg
  • Schulempfehlung wird bei der Anmeldung an die weiterführende Schule vorgelegt
  • Durchschnittsnote aus Deutsch und Mathematik ausschlaggebend
  • Übertrittsempfehlung Gymnasium: Leistungen mindestens gut - befriedigend
  • Übertrittsempfehlung Regelschule: Leistungen mindestens befriedigend
  • bei Abweichung zwischen Schulempfehlung und Elternwille erfolgen Beratungsgespräche
Bayern
  • verbindliche Schulempfehlung
  • Probeunterricht möglich
  • Durchschnittsnote aus Deutsch/Mathematik/Sachunterricht ausschlaggebend
  • Übertrittsvoraussetzungen Gymnasium: Notendurchschnitt mindestens 2,33
  • Übertrittsvoraussetzungen Realschule: Notendurchschnitt mindestens 2,66
Berlin
  • Förderprognose wird als Entscheidungshilfe angeboten, vor allem bei Leistungen im Zwischenbereich
  • Eltern entscheiden
Brandenburg
  • Wechsel ans Gymnasium nach sechsjähriger Grundschulzeit
  • verbindliche Schulempfehlung
  • Probeunterricht/Eignungsprüfung möglich
  • Durchschnittsnote aus Deutsch, Mathematik, erster Fremdsprache ausschlaggebend
  • Übertrittsvoraussetzungen Gymnasium: Notendurchschnitt mindestens 2,33
Bremen
  • Eltern können nach Beratungsgespräch in der Grundschule über die Schulart entscheiden
  • Leistungen in Deutsch und Mathematik werden als Aufnahmekriterium herangezogen, falls eine einzelne Schule stark angefragt wird
Hamburg
  • Eltern entscheiden
  • Leistungsentwicklung und Arbeitsweise können ebenfalls für eine Gymnasialempfehlung qualifizieren
Hessen
  • Eltern entscheiden nach Beratungsgespräch
  • Schullaufbahnempfehlung berücksichtigt Leistungsstand, Lern- und Arbeitsverhalten
Mecklenburg-Vorpommern
  • nach Grundschule Übertritt in die schulartunabhängige Orientierungsstufe (Klassen 5 und 6)
  • Laufbahnempfehlung nach Ende der Orientierungsstufe
  • Eltern treffen Entscheidung über weitere Schulform
Niedersachsen
  • Elternwille entscheidet
  • Schullaufbahnempfehlung wird Eltern in mindestens zwei Beratungsgesprächen mitgeteilt
Nordrhein-Westfalen
  • Schulformempfehlung wird erteilt, letzte Entscheidung liegt bei den Eltern
  • bei Abweichungen zwischen Empfehlung und Elternwille werden Beratungsgespräche angeboten
Rheinland-Pfalz
  • Schullaufbahnempfehlung nicht verbindlich
  • Beratungsgespräche werden angeboten
  • Eltern treffen Entscheidung
Saarland
  • Entwicklungsbericht und verpflichtendes Beratungsgespräch
  • Eltern entscheiden über Schulform
Sachsen
  • verbindliche Schulempfehlung
  • Notendurchschnitt wird ermittelt aus Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, wobei die Leistung in keinem Fach schlechter als "befriedigend" sein darf
  • Übertrittsvoraussetzung Gymnasium: Notendurchschnitt mindestens 2,0
  • Aufnahme an Gymnasium nach Leistungserhebung und verpflichtendem Beratungsgespräch möglich
Sachsen-Anhalt
  • Beratungsgespräche und Lernentwicklungsgespräche werden angeboten
  • schriftliche Schullaufbahnempfehlung wird erteilt
  • Eltern entscheiden über die weiterführende Schule
Schleswig-Holstein
  • Schulübergangsempfehlung wird formuliert
  • verpflichtendes Beratungsgespräch an der Grundschule
  • wiederspricht der Elternwille der Schulempfehlung, folgt ein weiteres Beratungsgespräch am Gymnasium
Thüringen
  • verbindliche Schulempfehlung
  • Übertrittsvoraussetzungen Gymnasium: mindestens Note "gut" in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht
  • Aufnahmeprüfung möglich

Einen detaillierten Überblick über die Schulsysteme der Länder, inklusive Übertrittsregelungen, bieten unsere Bundeslandinfos. Bitte beachten Sie, dass sich diese Regelungen jederzeit verändern können. Die aktuell gültigen Richtlinien erfahren Sie beim Schulamt oder auch an den weiterführenden Schulen.

Weitere Informationen für einen erfolgreichen Schulwechsel erfahren Sie außerdem in unserer Broschüre „Erfolgreich in die nächste Runde".

Gymnasium oder Realschule - Entscheidungshilfen

In vielen Bundesländern liegt die Entscheidung über die weitere Schulform bei den Eltern. Erbringt Ihr Kind unterschiedlich starke Leistungen in verschiedenen Fächern oder liegen seine Noten in einem „Zwischenbereich“ zwischen den empfohlenen Notendurchschnitten für Gymnasium und Realschule, fällt die Entscheidung nicht immer leicht. Daher ist es empfehlenswert, neben den schulischen Leistungen auch das Lern- und Arbeitsverhalten Ihres Kindes zu berücksichtigen. Bei der Entscheidungsfindung können Sie auf folgende Informations- und Beratungsquellen zurückgreifen:

  • Schullaufbahnempfehlung der Grundschulen
  • Informationsmaterial des Schulamtes/Kultusministeriums
  • Beratungsgespräche an den Grundschulen
  • Informationsangebote der weiterführenden Schulen
  • Persönliche Gespräche mit Klassenlehrern
  • Austausch mit anderen Eltern und Schülern

Versuchen Sie zudem, möglichst offen mit Ihrem Kind über seine weitere Schullaufbahn zu sprechen und es in den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen.

Auswahlkriterien für die neue Schule

Sobald feststeht, welche Schulform Ihr Kind zukünftig besuchen wird, müssen Sie in den meisten Fällen noch eine bestimmte Schule aussuchen. Wohnen Sie in einer stark besiedelten Gegend, stehen Ihnen meist verschiedene Schulen eines bestimmten Typs zur Auswahl. Um herauszufinden, welche weiterführende Schule für Ihr Kind besonders geeignet ist, können Sie sich an verschiedenen Kriterien orientieren:

Schulkonzept:

  • pädagogisches Konzept
  • Unterrichtsangebot
  • mögliche Schulabschlüsse

Informationen zum Schulkonzept können Sie häufig auf den Internetseiten der betreffenden Schulen oder vor Ort bei einem Tag der offenen Tür oder ähnlichen Beratungsterminen erfahren. Welches pädagogische Konzept zu Ihrem Kind passt und auf welche Aspekte Sie am meisten Wert legen, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Folgende Fragen können Sie dabei stellen, um sich ein Bild von den Lernbedingungen zu machen:

  • Wie wird den Schülern beim Übergang von der Grundschule an die weiterführende Schule geholfen?
  • Werden die Kinder bei Ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt?
  • Welche Möglichkeiten zur individuellen Förderung bietet die Schule (z. B. Förderung bei Teilleistungsstörungen oder Hochbegabung)?
  • Welche Werte werden den Kindern vermittelt (Selbstständigkeit, Verantwortung, Zivilcourage etc.)?
  • Sind Theorie und Praxis eng miteinander verbunden, wenn sich die Möglichkeit ergibt?

Das Unterrichtsangebot und die möglichen Schulabschlüsse sind wichtige Entscheidungshilfen. Neben Schulen, an denen nur ein Abschluss erreicht werden kann, existieren auch Schulen mit mehreren Bildungsgängen: Dort kann Ihr Kind ohne Schulwechsel einen weiteren Abschluss erreichen (z. B. Gesamtschulen, die nach dem Realschulabschluss den Weg zum Abitur ermöglichen).

Auch das Angebot an Fremdsprachen unterscheidet sich von Schule zu Schule. Vor allem bei Gymnasien sollten Sie zudem in Erfahrung bringen, ob der Fokus der Schule eher auf Naturwissenschaften, Sprachen oder Künsten liegt – je nach Interessen und Begabungen Ihres Kindes kann die Ausrichtung der Schule einen deutlichen Einfluss auf die Leistungen nehmen.

Zusätzlich zu diesen allgemeinen Informationen zum Schulkonzept oder zum Unterrichtsangebot gibt es noch weitere Aspekte, die Sie bei der Entscheidung zwischen verschiedenen Schulen betrachten können:

Äußere Rahmenbedingungen:

  • zusätzliche oder außerschulische Angebote (z. B. Clubs und AGs, Studien- und Sprachreisen, Schulpartnerschaften, Förderkurse)
  • Organisation schulischer Wettbewerbe
  • Beratungsangebote (z. B. psychosoziale Beratung, Berufsvorbereitung)
  • technische Ausstattung
  • Nähe zum Wohnort bzw. möglicher Schulweg

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, können Sie verschiedene Schulen gemeinsam mit Ihrem Kind besuchen, etwa zum Tag der offenen Tür. Dabei können Sie sich einen Eindruck vom Zustand der Schule und der Ausstattung der Klassenräume machen, aber auch mit Lehrern oder der Schulleitung sprechen.

  • Wie groß sind die Schulklassen im Durchschnitt? (Optimal sind Klassengrößen zwischen 20 und 26 Schülern.)
  • Sind die Klassenzimmer hell und ausreichend geräumig?
  • Ist das Schulgebäude sauber und gut gepflegt?
  • Werden Aufbewahrungsmöglichkeiten für Unterrichtsmaterialien angeboten (z. B. Schließfächer)?
  • Gibt es eine schuleigene Bibliothek?
  • Wird eine Schulspeisung angeboten? Ist das Speisenangebot abwechslungsreich und gesund?
  • Bemerken Sie auf dem Schulhof ausreichend Möglichkeiten zur Erholung oder für Pausenaktivitäten (z. B. Spielfelder, Grünflächen, Sitzgelegenheiten)?

Hilfreich ist es zudem, das Gespräch mit anderen Eltern zu suchen oder direkt mit den Schülern zu sprechen, um die Unterrichtsqualität oder das Schulklima einzuschätzen.

Fazit

Welche weiterführende Schule Ihr Kind nach der Grundschule besuchen wird, ist eine wichtige Entscheidung. Die weiterführende Schulform sollte dem Leistungsvermögen und der Lernbereitschaft Ihres Kindes entsprechen und somit eine kind- und begabungsgerechte Förderung ermöglichen. Bei der Wahl der weiterführenden Schule achten viele Eltern neben Schulkonzept und Unterrichtsangebot auch auf eine Vielzahl weiterer Kriterien wie einen kurzen Schulweg oder die außerschulischen Angebote. Insgesamt sollte die neue Schule bei Ihnen und bei Ihrem Kind den besten Gesamteindruck hinterlassen: Die weiterführende Schule muss nicht perfekt sein, sollte aber die Voraussetzungen erfüllen, die Ihnen am Herzen liegen.

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