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Lernen im Schlaf: Vokabeln und Einmaleins im Schlaf lernen?

Eine Sprache oder auch Grundlagen der Mathematik im Schlaf erlernen, ohne sich anzustrengen – ist das möglich? Das Angebot an CDs oder Audio-Dateien, die nächtliches Lernen im Schlaf versprechen, ist groß. Ist das Pauken am Tag also überflüssig?

Was ist im Schlaf möglich und was bleibt ein Wunschtraum? Wir geben einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung - und ein paar einfache Tipps für einen guten Schlaf. Denn eines ist er in jedem Fall: eine wichtige Voraussetzung, um gut lernen zu können.

 

Schlafen fördert das Lernen – bei Kindern und Erwachsenen

Ebenso klar ist: Der Schlaf ist eine Zeit, die das Lernen fördert. Das belegen mittlerweile eine Reihe von Studien. So wiesen Forscher der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig in einer 2015 veröffentlichten Studie nach, dass Babys zwischen neun und 16 Monaten neu Gelerntes besser behalten können, wenn sie direkt nach einer Lernphase schlafen. Der Versuchsaufbau: Den Kindern wurden wiederholt Bilder von Fantasieobjekten gezeigt und dazu passende Namen genannt. Ein Teil der Gruppe durfte im Anschluss ein bis zwei Stunden schlafen, während die anderen Kinder wachblieben. Es zeigte sich: Wer geschlafen hatte, konnte sich später an die Namen der Objekte erinnern; die Kinder, die nicht geschlafen hatten, merkten sich die Zuordnungen nicht. Auch die Fähigkeit, Kategorien zu bilden, also neue Objekte nach ihrem Aussehen sinnvoll den Namen zuzuordnen, stieg deutlich durch das Schlafen.

Dass dies nicht nur für Säuglinge gilt, wurde mittlerweile auch in anderen Laborstudien gezeigt: Offensichtlich werden im Schlaf die Verbindungen zwischen den Nervenzellen gestärkt, was dazu führt, dass Gelerntes besser gespeichert wird – nicht nur Vokabeln oder beispielsweise das Einmaleins, auch neu erlernte Bewegungsabläufe können sich so festigen. Bei Kindern scheint dies noch mehr als bei Erwachsenen für einen speziellen Lernschritt zu gelten: beim Übergang von unbewusst Aufgenommenem zu explizit erstandenem, abrufbarem Wissen.

Entscheidend ist der Tiefschlaf

Der Schlaf hilft offenbar nicht nur im Labor beim Lernen, wie Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) im sogenannten Flux-Projekt feststellten: Sie ließen 110 Grundschulkinder zwischen acht und elf Jahren vier Wochen lang täglich Denkaufgaben auf speziell programmierten Smartphones lösen und erhoben zugleich ihr Schlafverhalten und die Schlafqualität. Deutlich wurde: Bei gutem Schlaf in der Nacht schnitten die Schulkinder am nächsten Morgen in den Denkaufgaben wesentlich besser ab. Nach einer unruhigen Nacht sank die Leistung jedoch wieder.

„Guter Schlaf“ bedeutete dabei, dass der Tiefschlaf erreicht wurde. Dass er entscheidend für bessere Lernvoraussetzungen ist, darüber sind sich Schlafforscher einig:

  • Die Hirnaktivitäten im Tiefschlaf lassen sich sogar messen. Hier werden neuronale Verbindungen gestärkt.
  • Wie jemand schläft, also ob er regelmäßig den Tiefschlaf erreicht, beeinflusst die Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit deutlich.
  • Guter Schlaf kann also schon ohne weitere Lernmittel Gehirngymnastik sein: ein Weg, um geistig fit zu bleiben, und um Gelerntes vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis zu bringen.

Den Tiefschlaf erreichen: Was wirklich hilft

Zum Thema Schlafen und guter Schlaf existieren einige Mythen: etwa, dass der Schlaf vor Mitternacht der beste sei oder dass acht Stunden die ideale Schlafdauer sind. Beides stimmt nicht, denn unabhängig vom Zeitpunkt des Einschlafens sind die ersten drei bis vier Stunden am erholsamsten – und am besten für gutes Lernen im Schlaf. Denn hier gibt es normalerweise die meisten Tiefschlafphasen. Und die richtige Schlafdauer ist individuell verschieden. Die Bandbreite ist Schlafforschern zufolge recht groß.

Doch was hilft den fürs Lernen so wichtigen Tiefschlaf zu erreichen?
  1. Der wichtigste wissenschaftlich fundierte Tipp sind regelmäßige Schlafzeiten. Sie fördern die Tiefschlafzeiten. Auch in der Studie mit Grundschulkindern konnte ein direkter Zusammenhang zwischen konstanter Schlafdauer und Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden. Ein längerer oder kürzerer Schlaf als üblich wirkte sich am Folgetag negativ auch die Ergebnisse aus.

  2. Schlafforscher empfehlen daher, auch am Wochenende den Schlafrhythmus der Woche beizubehalten. Und: wer spät ins Bett geht oder noch zockt schläft nicht gut.

  3. Ein weiterer wichtiger Tipp: Für gutes Einschlafen sollten starke Reize am Abend vermieden werden. Fernsehen oder Spielen mit dem Smartphone, aber auch wildes Toben direkt vor der Schlafenszeit verhindern, dass Kinder und Jugendliche schnell in den Schlaf und somit in die Tiefschlafphasen kommen.

Im Schlaf Neues lernen? Nicht ganz so einfach!

Bis vor einigen Jahren gingen Wissenschaftler davon aus, dass im Schlaf nur das verankert werden kann, was zuvor im Wachzustand gelernt wurde: dass also Vokabellernen oder Mathe-Üben am Tag nicht vermeidbar sind. Und auch, dass es vor allem auf den guten Schlaf ankommt, nicht unbedingt darauf, zusätzlich im Schlaf Vokabeln oder andere Lerninhalte zu hören.

Mittlerweile gibt es aber Hinweise aus der Schlafforschung, dass mit solchen akustischen Methoden tatsächlich der Lernerfolg erhöht werden kann – zumindest beim Vokabellernen. Denn für weitere Lerninhalte wurden sie bisher nicht in systematischen Studien getestet. Doch die Laborstudien des Freiburger Schlafforschers Björn Rasch in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Zürich fanden eine Einschränkung: Der Effekt zeigte sich nur, wenn die Vokabeln bereits vorher geübt worden, nicht, wenn sie komplett neu sind.

Andere Schweizer Wissenschaftler – Marc Züst und Simon Ruch von der Universität Bern - allerdings stellten fest, dass Menschen im Tiefschlaf durchaus Informationen wie Worte und Bedeutungen unbewusst aufnehmen und im Wachzustand wieder abrufen können. Sie beschallten hierfür ihre Studienteilnehmer in den Tiefschlafphasen mit Fantasiewörtern, denen sie Bedeutungen zuordneten. Kamen diese in einer bestimmten Schlafphase an, konnten die Teilnehmer nach dem Aufwachen 60 Prozent der Fantasiewörter korrekt - zum Beispiel als etwas Großes oder Kleines identifizieren.

Doch auch dies sehen die Wissenschaftler künftig lediglich als eine mögliche Verstärkermethode, etwa in einem zweistufigen Lernverfahren, bei dem die unbewusste Aufnahme im Schlaf durch das Lernen der gleichen Inhalte im wachen Zustand ergänzt wird. Ausschließlich im Schlaf zu lernen – das funktioniert mit den bisherigen Methoden jedenfalls nicht.

Unser Fazit zum "Lernen im Schlaf"

Ums Vokabellernen oder das Üben des Einmaleins kommen Schülerinnen und Schüler also nicht herum. Das Wiederholen am Abend und ein guter und ausreichend langer Schlaf im Anschluss verbessern aber auf alle Fälle den Lernerfolg – und möglicherweise auch eine verstärkende Beschallung. Ob und wie diese im Alltag und nicht nur im Laborversuch wirkt, ist allerdings noch nicht erforscht.

Zudem gibt es immer wieder Diskussionen, um den frühen Schulbeginn: Viele fordern einen späteren Unterrichtsbeginn - insbesondere an den weiterführenden Schulen - da sich der Schlafrhythmus bei Teenager in dieser Zeit verschiebt.

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