Umfrage

Eltern befürchten schlechtere Zeugnisse
wegen Corona

Die Schulen sind Anfang 2021 wieder im Lockdown – dabei sind die Folgen der ersten Schulschließungen noch immer spürbar. In jedem dritten Haushalt sehen Eltern ihre Kinder schulisch unter hohem Druck. Sorgen bereiten auch die Halbjahreszeugnisse. Das zeigt eine Elternumfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa unter 1.003 Vätern und Müttern im Auftrag des Studienkreises. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Über die Umfrage:

Mit der Umfrage wollten wir erfahren, wie stark Druck und Zeugnissorgen die Familien nach den Corona-Schulschließungen belasten. Außerdem interessierte uns, ob die Eltern häufiger als vorher das Gespräch mit den Lehrkräften gesucht haben. Für die bundesweit repräsentative Studie befragte das Forschungsinstitut forsa in unserem Auftrag 1.003 Eltern mit schulpflichtigen Kindern.

Leistungsabfall befürchtet

Ab März 2020 waren die Schulen flächendeckend rund 17 Wochen lang geschlossen. Unterricht fand in dieser Zeit nur aus der Distanz statt – ein Szenario, auf das weder Schulen noch Elternhäuser vorbereitet waren. Und das lange nachwirkt: 30 Prozent der von forsa befragten Eltern rechnen damit, dass sich die Schulschließungen aus 2020 negativ auf die Noten in den Halbjahreszeugnissen 2021 auswirken. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) dieser Mütter und Väter machen sich auch große oder sehr große Sorgen um die Zeugnisse am Ende des Schuljahres.

Das sagt der Studienkreis-Experte:

„Homeschooling kann den Präsenzunterricht nicht ersetzen. Die Folgen der monatelangen Schulschließungen werden Familien und Schulen noch lange beschäftigen. Jahrgänge, die kurz vor dem Schulabschluss stehen, trifft der Lockdown besonders hart, weil die Zeit, um versäumten Stoff aufzuholen, für die Schülerinnen und Schüler begrenzt ist. Auch für Familien, in denen die Eltern ihre Kinder nicht so gut unterstützen können, ist die Situation schwierig. Die Umfrage zeigt, dass viele Mütter und Väter in dieser Lage genau das Richtige getan haben: Sie haben Kontakt mit den Lehrkräften aufgenommen. Im Gespräch mit den Pädagogen lässt sich frühzeitig und zuverlässig klären, wie gut das Distanzlernen klappt und wie die Eltern ihr Kind unterstützen können“, sagt Max Kade, Pädagogischer Leiter des Studienkreises.

Höhere Klassenstufe – größere Sorgen

Besonders ausgeprägt ist die Sorge um die Halbjahreszeugnisse bei Eltern, deren Kinder die Oberstufe besuchen: 35 Prozent von ihnen gehen davon aus, dass sich die Homeschooling-Zeiten negativ auf die Noten auswirken. Etwas zuversichtlicher sind hingegen Eltern mit Kindern in den Klassen 1 bis 4: Nur 25 Prozent von ihnen rechnen infolge des Lockdowns mit schlechteren Noten. Unter den Müttern und Vätern, deren Kinder die Klassen 5 bis 10 besuchen, stellt sich ein Drittel auf coronabedingt schlechtere Zeugnisse ein.

Eltern suchten häufiger Kontakt zu Lehrkräften

Weniger Feedback, kaum Tests, Technikprobleme: Ob das Lernen im Lockdown gelingt, ist für Eltern und Lernende schwierig zu beurteilen. 24 Prozent der befragten Mütter und Väter haben während der Schulschließungen häufiger als sonst den Kontakt zu den Lehrkräften gesucht, um über den Lernstand ihrer Kinder zu sprechen. Vor allem die Eltern jüngerer Kinder nutzten diese Möglichkeit: 29 Prozent der Väter und Mütter mit Kindern in den Klassen 1 bis 4 suchten wegen der Corona-Krise vermehrt das Gespräch zu den Lehrkräften. Eltern von Jugendlichen, die bereits die Oberstufe besuchen, nahmen deutlich seltener Kontakt der Schule auf. Nur neun Prozent dieser Eltern tauschten sich häufiger als vor der Pandemie mit den Lehrerinnen und Lehrern aus.

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