Leselust
Kaum eine Zeit im Jahr eignet sich besser zum Vorlesen als die Advents- und Weihnachtszeit. Machen Sie und Ihr Kind es sich also, während es draußen nass und grau ist, drinnen mit einer schönen Weihnachtsgeschichte und leckeren Plätzchen so richtig gemütlich. Und schauen Sie sich gemeinsam unsere weihnachtlichen Vorlesegeschichten für Kinder an. Es lesen für Sie die Schülerinnen Anna und Luisa.
Anna (13) und Luisa (14) sind preisgekrönte junge Vorleserinnen. Beide waren 2024 Landessiegerinnen des bundesweiten Vorlesewettbewerbs der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Anna liest für Sie die Kurzgeschichte „Kommissar Walter und der Hefekranz“. Walter ist ein Dackel, der in einer verschneiten Winterlandschaft die Adventszeit voller Vorfreude erwartet. Doch als der Hefekranz seiner Nachbarin verschwindet, beginnt für den kleinen Spürhund ein spannendes Rätsel. Luisa liest die Geschichte „Kater Leo und sein Adventskalender“ vor. Als Leos Herrchen ein geheimnisvolles Paket im Keller versteckt, wird der neugierige Kater misstrauisch. Während draußen der Winter Einzug hält, nimmt Leo die Sache selbst in die Pfoten - und sorgt für chaotische, aber herzerfrischende Adventsüberraschungen. Wenn Sie gerne selbst vorlesen möchten, finden Sie diese und viele andere Geschichten kostenlos auf Zitronenbande.de. Viel Spaß beim Zuhören und -sehen!
Das sind Anna und Luisa
Anna (13) kommt aus Hamburg und war dort 2024 Landessiegerin des bundesweiten Vorlesewettbewerbs. Das hatte für sie spannende Folgen. Ein Jahr später war sie selbst in der Jury des Hamburger Vorlesewettbewerbs. Auch in einem Hörbuch hat sie schon mitgewirkt. In „Flip, der Einhornfisch" ist sie gleich in zwei Rollen zu hören. Bei der Veranstaltung „Märchen im Michel" des Hamburger Abendblatts trat Anna als Vorleserin auf und las das Märchen „Reise durch den Zauber des Winters" vor. Neben dem Lesen und Vorlesen hat Anna noch weitere Hobbys: Singen, Tanzen, Klavierspielen und Schauspielern. Später will sie mal Schauspielerin oder Synchronsprecherin werden.
Luisa (14) hat den Berliner Vorentscheid des Vorlesewettbewerbs gewonnen. Direkt nach dem Wettbewerb wurde sie vom Hörfunk interviewt. Später war Luisa dann selbst im Radio zu hören und hat dort in den Nachrichten ein Thema moderiert. Ein besonderes Highlight war ihre Teilnahme am internationalen Literaturfestival Berlin. Dort hat sie vor großem Publikum aus dem Jugendbuch „12 Stockwerke“ vorgelesen. Die isländischen Autorinnen waren auch dabei. Neben dem Lesen und Vorlesen interessiert sich Luisa fürs Klavier und Theater spielen. Sie ist Mitglied der Theater-AG ihrer Schule und wollte früher Schauspielerin werden. Jetzt lässt sie es aber erst einmal offen, was später sein wird.
Ein kleiner Sämling möchte später einmal ein prächtig geschmückter Tannenbaum werden. Doch die Eltern des jungen Bäumchens erzählen ihm, was für ein trauriges Schicksal viele Tannenbäume nach dem Weihnachtsfest erleiden. Da beschließt der kleine Sämling: „Es geht auch anders!“ Fritzi Bender, Prinzessin Blubberbauch, Balduin und der Studienkreis laden Sie herzlich ein, gemeinsam mit Ihrem Kind in unsere kleine Weihnachtsgeschichte einzutauchen. Die Geschichte, in der es um Freundschaft, Trost und Träume geht, hat Fritzi Bender speziell für den Studienkreis geschrieben.
Als Eltern müssen Sie keine perfekten Vorleser sein. Mit ein paar kleinen Techniken schaffen Sie es jedoch, dass Ihr Kind Ihnen noch etwas aufmerksamer und interessierter zuhört. Wir haben deshalb fünf kurze Videos mit nützlichen Vorlesetipps für Sie. Es ist uns eine große Freude, dass wir hierfür den bekannten Schauspieler und Synchronsprecher Charles Rettinghaus gewinnen konnten. Vor heimeligem Kaminfeuer zeigt er Ihnen, wie Ihre Vorlesegeschichten noch lebendiger und spannender klingen.
Weitere Buchtipps & Vorlesegeschichten
1. „Frohe Weihnachten, Stinkehund!“ | 6-8 Jahre
Woow Books | ISBN 978-3961770342 | 80 Seiten | 10 €
Stinkehund ist in Frankreich so berühmt, dass sein Kuscheltier gerade nirgends mehr zu bekommen ist. In jeder seiner Geschichten erleben er und seine Freundin, die Katze Platti, ziemliche Enttäuschungen, wenden sie aber durch ihre Naivität und den unbeirrten Glauben an Liebe, Mitgefühl und Freundschaft zum Guten. In diese Weihnachtsgeschichte passt das natürlich besonders gut.
2. „Hilfe, die Herdmanns kommen“ | 8-10 Jahre
Oetinger| ISBN 978-3789107719 | 128 Seiten | 14 €
Es ist die Geschichte über eine Familie im Brennpunkt, wie es RTL2 nennen würde. Die Kinder lügen, rauchen, klauen. Sie sind der Schrecken der Nachbarn und Lehrer. Ausgerechnet diese Problemkinder haben die Hauptrollen im Krippenspiel ergattert. Die Geschichte steuert auf die schlimmste Aufführung aller Zeiten zu, endet aber doch besinnlich – so viel sei verraten. Geschrieben wurde die Geschichte bereits 1972 von der US-Amerikanerin Barbara Robinson. Für die Herdmanns erhielt sie unzählige Literaturpreise – sehr empfehlenswert ist auch das deutsche Hörspiel dazu.
- https://www.fritzi-freddi.de/mutmachgeschichten/
- https://www.einfachvorlesen.de/
- https://www.zitronenbande.de/
- https://zwergenstark.de/kindergeschichten/
- https://www.geschichten-haus.com/kindergeschichten/
- https://www.geschichtenfürkinder.de/category/geschichten-fuer-kinder/gute-nacht-geschichten-zum-vorlesen/
- https://gute-nacht-geschichten.com/kindergeschichten/
Noch mehr Tipps
zum Vorlesen
Sich Ruhe nehmen
Am besten liest es sich in einer ruhigen, gemütlichen Atmosphäre. So können Sie und Ihr Kind sich voll und ganz auf Ihre Geschichte konzentrieren. Als Umgebung eignen sich besonders die Couch, ein bequemer Sessel oder das kuschelige Bett. Vermeiden Sie dabei eine ablenkende Geräuschkulisse.
Die passende Zeit finden
Idealerweise wird aus dem Vorlesen ein festes Ritual. Dazu gehört, dass Sie möglichst immer zur gleichen Tageszeit vorlesen – zum Beispiel vor dem Schlafengehen. Aber auch andere Tageszeiten kommen infrage. Wichtig ist, dass kein Stress entsteht. Finden Sie deshalb gemeinsam mit Ihrem Kind die richtigen Zeiten heraus.
Das Kind auswählen lassen
Ist Ihr Kind etwas älter, lassen sie es seine Vorlesebücher selbst auswählen. Besuchen Sie dazu gemeinsam z.B. Buchläden, die Stadtbücherei und Flohmärkte. Wenn es selbst entscheidet, ist ihr Kind stolz auf sich und hat das gute Gefühl, kompetent mitentscheiden zu dürfen. Es wird sich dann ganz besonders auf sein Buch freuen.
Miteinander sprechen
Lassen Sie Ihr Kind vollumfänglich am Lesespaß teilhaben. Lassen Sie es Bilder in Ruhe anschauen und zwischendurch Fragen stellen. Oder stellen Sie selbst Fragen. Sprechen Sie miteinander über die Geschichte und die Illustrationen. So erfahren Sie, was Ihr Kind besonders bewegt und welche Gefühle und Assoziationen die Vorlesegeschichte in ihm auslöst.
Ganz bei der Sache sein
Konzentrieren Sie sich beim Vorlesen voll und ganz auf diesen Augenblick mit Ihrem Kind. Lassen Sie sich Zeit und geben Sie Ihrem Kind nicht das Gefühl, dass Sie gerade einen Tagesordnungspunkt abarbeiten. Haben Sie Geduld mit dem Tempo Ihres Kindes, die Geschichte zu verarbeiten. Dann wahrt es sich auch in Zukunft die Freude an Ihrer gemeinsamen Zeit.
Plätze für Bücher finden
Ihr Kind wird es lieben, wenn es sein eigenes Bücherregal hat. Richten Sie es gemeinsam mit ihm ein. Schön ist es, wenn Bücher auch außerhalb von Regalen ihren Platz in der Wohnung finden. Wenn hier und da ein Buch liegt, wird Ihr Kind auch zwischendurch einmal danach greifen und sich darin vertiefen.
Auch an sich selbst denken
Wählen Sie zum Vorlesen möglichst Bücher aus, an denen auch Sie Gefallen finden. Ihr Kind wird es merken, wenn Sie kein Interesse an den Geschichten haben, die Sie ihm gelangweilt vorlesen. Vielleicht liest Mama gerne andere Bücher vor als Papa. Auch das kann reizvoll sein.
Ein Vorbild sein
Seien Sie Ihrem Kind ein gutes Vorbild, indem auch Sie öfter einmal zum Buch greifen. Wenn Ihr Kind sieht, dass auch Sie gerne lesen und mit dem Konsum elektronischer Medien sparsam umgehen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch selbst Interesse am Bücherlesen bekommt und sich diese Freude erhält.
Lesen ist keine Strafe
Lesen sollte immer ein Genuss sein und keine Strafe. Zwingen Sie also Ihr Kind nicht, ein Buch zu lesen. Denn sonst verliert es ganz bestimmt die Lust, freiwillig zu lesen. Es wäre doch schön, wenn Ihr Kind die schönen Lese- und Vorlesestunden mit Ihnen für den Rest seines Lebens in guter Erinnerung behält und später auch seinen Kindern gerne vorliest.