Zitieren leicht gemacht!

Referate und Hausarbeiten sind immer häufiger ein fester Bestandteil des Schulalltags. Für eine gute Note steht natürlich der Inhalt an erster Stelle. Wer aber richtig beim Lehrer punkten möchte, sollte auch die formalen Richtlinien einer schriftlichen Ausarbeitung beachten.

Der richtige Umgang mit Zitaten

Ein wichtiger Bestandteil von Referaten und Hausarbeiten sind Zitate. Sie begründen, ergänzen oder veranschaulichen die eigenen Argumente. Oder aber sie geben eine bestimmte Meinung wieder, mit der man sich in der eigenen Arbeit auseinandersetzen möchten.

Für das richtige und wirkungsvolle Zitieren ist ein gutes Maß an Feingefühl und Übung erforderlich. Denn: Zu wenige Zitate machen den Inhalt der Arbeit schwer nachprüfbar und beeinträchtigen die Verständlichkeit. Zu viele oder zu lange Zitate dagegen halten beim Lesen auf und „blähen“ die Arbeit auf, ohne eine eigene Aussage zu treffen. Hat man sich ein bestimmtes Zitat herausgesucht, das man in sein Werk einbauen möchte, gilt es einiges zu beachten:

Auf Genauigkeit achten

Beim Zitieren ist immer darauf zu achten, dass der zitierte Text seinen ursprünglichen Sinn behält. Die Absicht des zitierten Autors darf nicht durch eine Veränderung des Zusammenhangs oder eine unvollständige Wiedergabe des Zitats verändert werden. Das oberste Gesetz beim Zitieren lautet: Ein Zitat ist durch Anführungszeichen zu kennzeichnen und sein Inhalt immer wörtlich wiederzugeben! Bis hin zu Rechtschreibung und Zeichensetzung ist der zu zitierende Text genau zu übernehmen – einschließlich eventueller Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler.

Folgende Abweichungen von der Grundregel sind mittlerweile üblich:

Zeichensetzung
Am Ende des Zitats steht das Satzzeichen, das der Sinnzusammenhang, in dem das Zitat steht, erfordert – unabhängig vom Original-Satzzeichen. Die abschließenden Anführungszeichen stehen dabei vor dem verwendeten Satzzeichen, da dieses nicht mehr Bestandteil des Zitats ist.

Beispiel:

Original: Unter Schülern weit verbreitet ist die Auffassung, dass Lernen langweilig ist.

Zitat: ...ist somit „die Auffassung, dass Lernen langweilig ist“, unter Schülern weit verbreitet.

Groß- und Kleinschreibung
Steht das Zitat nicht am Anfang des Textes, kann man das Anfangswort des Zitats klein schreiben.

Beispiel:

Original: Im nächsten Schuljahr werde ich mehr lernen.

Zitat: Die Haltung, erst „im nächsten Schuljahr“ mehr lernen zu wollen....

Hervorhebungen
Bestimmte Stellen eines Zitats können durch Kursivdruck oder Unterstreichung hervorgehoben werden. In diesem Fall ist dem Zitat in eckigen Klammern die Bemerkung [Hervorhebung nicht im Original] hinzuzufügen. Mit Hervorhebungen sollte man sparsam umgehen und Übertreibungen vermeiden.

Beispiel:

Original: Im nächsten Schuljahr muss ich mehr lernen.

Zitat: Seiner Aussage „Im nächsten Schuljahr muss ich mehr lernen“ [Hervorhebung nicht im Original] kann ich nicht zustimmen. Er muss schon in diesem Schuljahr mehr lernen.

Eigene Änderungen kennzeichnen

Um den Sinn eines Zitats besser verstehen zu können oder um ein Zitat grammatikalisch richtig in die eigene Arbeit einzubinden, kann es manchmal notwendig sein, Satz- oder Wortteile zu ergänzen oder zu streichen. Solche Änderungen sind auf jeden Fall mit eckigen Klammern zu kennzeichnen.

Einfügen von Satz- oder Wortteilen (Interpolation)
Zum besseren Verständnis des Textes kann es sinnvoll sein, dem Zitat bestimmte Informationen hinzuzufügen.

Beispiel:

„In diesem Jahr [1789] brach die Französische Revolution aus.“

Die eckige Klammer zeigen, dass die Jahreszahl vom Autor eingefügt worden ist, um zu verdeutlichen, um welches Jahr es sich genau handelt.

Wenn die Genauigkeit oder Richtigkeit des Zitats vom Leser infrage gestellt werden könnte, z. B. bei Rechtschreibfehlern im Original, verwendet man zur Kennzeichnung den Ausdruck [sic].

Beispiel:

„Im Jahr 1798 [sic] brach die Französische Revolution aus.“

Streichung von Satz- oder Wortteilen (Ellipsen)
Auslassungen in einem Zitat kennzeichnet man durch drei Punkte, denen jeweils eine Leerstelle vorausgeht und eine folgt. Ein Satzzeichen schließt sich den Punkten allerdings unmittelbar an.

Wenn beim Leser Unsicherheiten auftreten könnten, ob die Auslassungen vielleicht schon im Original vorhanden gewesen sind, so empfiehlt es sich, die eigenen Streichungen in eckige Klammern [...] zu setzen.

Beispiel:

Original: Es ist kein Zufall, dass die Klassenarbeit so schlecht ausgefallen ist und dass du eine fünf bekommen hast, denn du hast nicht genug gelernt.

Zitat: Der Lehrer war der Ansicht, dass es kein Zufall war, „ ... dass du eine fünf bekommen hast ...“.

Quelle des Zitats angeben

Für jedes Zitat muss man die Quelle angeben, aus der man die Textstelle entnommen hat. Dabei gibt es einige Regeln zu beachten:

Verfasser
Der Verfasser wird in der Form Nachname, Vorname angegeben. Dabei werden höchstens drei Autoren aufgeführt, ihre Namen werden durch ein Semikolon getrennt. Falls es mehr als drei Verfasser gibt, schreibt man u. a. (und andere).

Erscheinungsjahr
Hinter den Autoren wird das Erscheinungsjahr des Werkes in Klammern aufgeführt. Das Erscheinungsjahr wird durch einen Doppelpunkt vom Titel abgegrenzt.

Titel
Der Titel des Werkes wird in der Form Titel. Untertitel. (falls vorhanden) angegeben. Am Schluss des Titels steht ein Punkt.

Auflage des Buches
Ist eine Buchauflage angegeben, so kann diese hinter den Titel in Klammern geschrieben werden.

Erscheinungsort und Verlag
Erscheinungsort und Verlag werden durch einen Doppelpunkt voneinander getrennt, hinter dem Verlag steht ein Komma.

Seitenzahl des Zitats
Ganz zum Schluss vermerkt man die Seitenzahl, auf der das Zitat zu finden ist. Geht das Zitat über eine bzw. mehrere Seiten, so kennzeichnet man dies durch f (eine Seite) oder ff (mehrere Seiten).

Eine Belegstelle für ein Zitat aus einem Buch könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

Meier, Heinz; Müller, Hans; Schmidt, Petra u.a. (1999): Lernen leicht gemacht. Einfache Strategien zum besseren Lernen. (4., neubearbeitete Auflage). München: Lernverlag, S. 12ff

Die Reihenfolge der Belegpunkte kann mitunter anders aussehen. Beispielsweise kann das Erscheinungsjahr auch hinter dem Verlag statt dem Autor stehen. Wichtig ist nur, dass man die einmal gewählte Form während der ganzen Arbeit durchhält.

Zitate aus dem Internet

Quellen aus dem Internet anzugeben ist oft schwieriger, weil die benötigten Angaben oft nur ungenau oder unvollständig zu finden sind. Eine Belegstelle für ein Zitat aus dem Internet könnte beispielsweise so aussehen:

Autor (Erscheinungsdatum im Internet): Titel. Untertitel. URL: Internetadresse. Abrufdatum

An einem konkreten Beispiel sähe dies so aus:

Kreine, Sonja & Durrer, Ursula (1998): Zitieren aus dem Internet. URL: http://www.hist.unizh.ch/gs+edv/ss1998/zitieren/zitieren.htm. Stand: 04.02.2003

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Zitieren leicht gemacht!

Zitate in Referaten oder Hausarbeiten unterstützen wesentliche Aussagen oder die eigene Meinung. Wer richtig zitieren möchte, sollte einige Richtlinien beachten.

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